Überarbeiten
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Was macht eigentlich ein Lektor?

Früher arbeiteten Lektoren vor allem in Verlagen. Als Mitglieder des Auswahlgremiums für das Verlagsprogramm unterstützten sie den Verleger bei der Suche nach geeigneten Autoren und Manuskripten und der Auswahl von Manuskripten. Außerdem waren sie für die Betreuung dieser Manuskripte und ihrer Autoren zuständig, und zwar von der Ablieferung eines Manuskripts bis zum Marketing nach der Veröffentlichung.1 Heute arbeiten viele Lektoren – wie in meinem Fall – freiberuflich mit Verlagen oder Literaturagenten, aber auch direkt mit Autoren zusammen. Die Verlage haben damit einen wesentlichen Kostenfaktor ausgelagert. Die verbliebenen verlagsinternen Lektoren sind heute vor allem Programm- und Projektmanager. Das eigentliche Text-Lektorat wird dagegen zumeist extern von Freiberuflern und/oder Literaturagenten geleistet.

Unabhängig davon besteht die zentrale Aufgabe eines Lektors – wie schon immer – darin, als „erster Leser“, die Texte der Autoren „zu redigieren“. Genauer: den Autoren bei der Überarbeitung ihrer Texte behilflich zu sein.

Schwerpunkte der Lektorats-Arbeit

Im Kern sind Lektoren – neben ihren anderen Aufgaben – das Qualitätsmanagement eines Verlages oder – genauer – eines Autors. Ihre Unterstützung von Autoren bei der Überarbeitung ihrer Manuskripte geht deshalb weiter, als etwa die eines Redakteurs oder Korrektors. Das gilt übrigens auch für Sachtexte. Gerade im „Non-Fiction“-Bereich ist gutes Schreiben und Storytelling von besonderer Bedeutung.
Fünf zentrale Aspekten sind beim Lektorat eines Textes besonders zu beachten2:

  1. Inhalt: Richtigkeit von Fakten, Sprach- und Erzähl-Logik, ggf. Argumentation,
  2. Struktur: Dramaturgie und Darstellung,
  3. Stil: Wortwahl, Verständlichkeit von Begriffen, Angemessenheit des Tons, Satzlänge,
  4. Sprache: Orthographie, Grammatik,
  5. Layout: Kürzungen, Absätze, ggf. Umstellungen.

Zusätzlich geht es in beim Lektorat eines Textes immer auch um das Thema des Textes und die Auswahl und Zeichnung von Figuren. Und schließlich um die Positionierung des Textes, wie seines Autors, im Bezugsrahmen der jeweils aktuellen Literatur und des Marktes.

Das Lektorat und der Markt

Manchem Autor, der an seinem Erstlingswerk schreibt, mag letzteres merkwürdig erscheinen. Doch wenn Sie, als Autor, den Plan haben, bei einem Verlag zu „landen“, sollten Sie sich frühzeitig über solche Fragen Gedanken machen. Denn die meisten Verlage haben heute ein klar definiertes Profil, eine Marke. Sie publizieren in erster Linie, wenn nicht gar ausschließlich, Bücher eines bestimmten Genres oder einer bestimmten Kategorie. Und sie wählen ihre Autoren danach aus, ob sie „zu ihnen passen“, also die Erwartungshaltung ihrer Kunden – der Leser – erfüllen. Deshalb muss ein Lektor, im Interesse seines Klienten, des Autors – also Ihnen -, auch Fragen des Marketing im Blick haben. Nicht selten ist eines der Ergebnisse eines (freiberuflichen) Lektorats auch ein Exposé, mit dem der Autor sein Manuskript einem Verlag vorstellt.

In nicht wenigen Fällen bedeuten diese Vorüberlegungen, dass ein Lektor für die von ihm redigierten Texte zum Teil wesentliche Änderungsvorschläge machen muss. Und auch wenn dies immer in engem Austausch mit dem Autoren stattfinde, verlässt kaum ein Text das Lektorat so, wie er vorher war. Und nicht wenige Texte der Weltliteratur wurden erst durch die Arbeit der Lektoren zu den Meisterwerken, als die wir sie heute kennen. In einigen Fällen ist es nicht zu viel gesagt, dass Lektoren zu „Ghostwritern“ der von ihnen betreuten Autoren wurden.

Meine Sicht auf das Lektorat

Lektorat ist deshalb, wenn man die damit verbundene Aufgabe ernst nimmt, ein intensives, kraft- und zeitraubendes Geschäft. Wenn es nur darum ginge, Rechtschreib- und Zeichensetzungs-Korrekturen vorzunehmen, wäre das weit einfacher. Doch Lektorat heißt, mit der Brille des Lesers und „Kritikers“ zu lesen. Das bedeutet, jeden Satz, in Extremfällen jedes Wort auf seine Funktion im aktuellen Kontext, aber auch im Bezug zur „Vergangenheit“ und „Zukunft“ des Textes zu beurteilen und aus dieser Sicht Verbesserungsvorschläge zu machen. Der Lektor unterstützt einen Autor so bei seiner Aufgabe der „Überarbeitung“ eines Textes. Und das ist keine leichte Aufgabe, sondern umfasst – realistisch gesehen – 50 – 90 % der Arbeit an einem Text, auch was den Zeitfaktor betrifft.

Aus diesem Grund betrachte ich Lektorat auch eher als einen Prozess, denn als eine einmalige Dienstleistung. Es kann sein, dass dieser Prozess mehrere Durchgänge umfasst, und dabei jeweils unterschiedliche Aspekte verändert werden müssen. Manchmal werden erst durch solche Veränderungen die Schwächen, Schwierigkeiten und Probleme eines Textes offensichtlich. Diese ziehen dann ggf. weitere Änderungsempfehlungen nach sich. Dieser kritische Prozess ist für beide Seiten – Lektor wie Autor – nicht immer einfach.

Und Überarbeitungen brauchen Zeit. Dann hilft es wenig, wenn der Autor ungeduldig wird. Ich weiß von Werken, bei denen die Überarbeitungen, mit oder ohne Lektor, Jahre und Jahrzehnte gebraucht haben. Zeiten, in denen die Autoren dann weitere, neue Werke geschrieben haben, und der ursprüngliche Text schließlich, oft als ein ganz anderer, „das Licht der Welt“ erblickt hat. Vielleicht erklärt dies auch, warum heute viele Verlage Bücher mit hohem Lektoratsaufwand gar nicht erst zur Publikation vorsehen. Doch wer nicht nur irgendein Buch, sondern ein gutes Buch schreiben will, sollte sich die notwendige Zeit nehmen.

Lektorat für „Selfpublisher“

Dies gilt besonders, wenn ein Autor seinen Text – Erzählung, Roman, Sachbuch – als „Selfpublisher“ (im „Selbstverlag“) herausgeben will. Dafür kann es verschiedene Gründe geben:

  • Sie sind ein Autor, der (noch) nicht von einem Verlag „herausgebracht“ wird.
  • Oder Sie haben gar kein Interesse daran, sich an einen Verlag zu binden und bevorzugen die Freiheiten des Selbstverlags.
  • Sie planen, ihr Buch zunächst auf einer Online-Plattform zu veröffentlichen und später  zu einem „klassischen Verlag“ zu wechseln.

Auch weil „Selfpublishing“ heute zunehmend einfacher wird, und die damit verbundenen Möglichkeiten immer vielfältiger, kann es gute Argumente für eine solche Entscheidung geben. Doch in allen drei Fällen rate ich dazu, dass Sie mit einem freien, unabhängigen Lektor, und für die Publikation mit einem unabhängigen Berater zusammen arbeiten. Denn gerade die Freiheiten in dieser Branche erfordern es, vor den notwendigen Entscheidungen jemanden zu fragen, der sich auskennt. Als ehemaliger Geschäftsführer und Gesellschafter eines Verlages kenne ich neben der Tätigkeit als Autor und Lektor auch die „andere“ Seite der Verlagstätigkeit. Deshalb kann ich Sie umfassend und kompetent unterstützen und beraten.

Zentrale Voraussetzung für den Erfolg eines Buches bleibt jedoch die Qualität des veröffentlichten Textes. Ist dieser mangelhaft, kann auch eine noch so ausgeklügelte Publikations- oder Marketingstrategie nicht hinwegtäuschen. Eine Überarbeitung unter Beteiligung eines Lektors ist daher für jeden Text unbedingt anzuraten. Nur wirklich gute Texte sichern einen langfristigen und nachhaltigen Erfolg, auch wenn die Überarbeitungen oft Zeit und Energie kosten.

Mein Lektorats-Angebot

Wenn Sie also

  • ein Buch – sei es Belletristik oder ein Sachbuch –oder einen einzelnen Text (Erzählung, Essay, Aufsatz) geschrieben haben, und einen Partner für die Überarbeitung suchen,
  • nach dem Schreiben eines Buches oder Textes einen neutralen und unabhängigen „ersten Leser“ für eine Beurteilung der Qualität und mögliche Änderungsvorschläge benötigen,

finden Sie in mir den geeigneten Lektor. 

Dann zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Aufgrund meiner literaturwissenschaftlichen Vorbildung und vielfältiger praktischer Erfahrungen als Lektor kann ich Ihnen umfassende Unterstützung in all diesen Fragen anbieten.

Kontaktieren Sie mich telefonisch oder über mein Kontaktformular, oder schreiben Sie eine Email.


  1. siehe hierzu auch den entsprechenden Artikel in der deutschen Wikipedia: Verlagslektor
  2. siehe hierzu auch den entsprechenden Artikel in der deutschen Wikipedia: Redakteur
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